Das Portfolio von Hosteurope unter die Lupe genommen

Die Zeiten des Web 1.0 sind vorbei. Statisches HTML ist nicht nur seit Jahren out, es wird im besten Falle nur noch müde belächelt. Meiner Ansicht nach, sind wir derzeit in einem Wandel vom Web 2.0, in welchem Webseiten dynamisch und das Netz zu einem “Mitmach-Web” wurde, zu einem Web 3.0. Diese “next Generation” des Internets geht weg von einer Seite, welche lediglich Informationen, wenn auch dynamisch generiert, bereitstellt. Die Zukunft sind Applikationen, die Logik sowohl client- als auch serverseitig ausführen können und welche kaum von nativen Programmen, auf Rechnern oder mobilen Geräten auf iOS- oder Android-Basis, unterschieden werden können.

Doch welche Voraussetzungen müssen erfüllt werden, um Kunden und Nutzern solche Applikationen anbieten zu können? Die üblichen Webhosting-Pakete, bei denen meist lediglich Dateien auf den Webserver gelegt werden können, bieten hier mittlerweile nicht mehr genügend Möglichkeiten, um die o.g. Funktionalität zu bieten. Anbieter wie Hosteurope bieten daher als kleinste Option vServer und dedicated bzw. root-Server an. Hier ist die Besonderheit, dass ein SSH-Zugang, mit meist administrativem Zugriff, bereitgestellt wird, der einem die Möglichkeit gibt, Anwendungen, Dienste, etc. nachzuinstallieren und anzupassen. Möchte man mehr als ein einfaches CMS wie WordPress nutzen, ist dies zwingend erforderlich. Ich habe mir daher die verschiedenen Angebote von Hosteurope mal angeschaut:

WebServer Basic

Host Europe WebServer Basic sind professionell administrierte virtuelle Server mit garantierten Ressourcen und eigener IP-Adresse, bei denen wir das Betriebssystem für Sie verwalten und überwachen. Sie bedienen Ihren virtuellen Server einfach über eine leicht zu bedienende Weboberfläche.
Ideal für Websites mit hohem Besucheraufkommen und dynamischen Inhalten. (Link)

Die WebServer Basic Pakete sind gemanagte virtuelle Server, welche über die Leistungen von den einfachen WebPack-Paketen von Hosteurope hinausgehen. Im Gegensatz zu “echten” virtuellen Servern sind für die Konfiguration keine Administrator-Kenntnisse erforderlich um von den Vorteilen eines virtuellen Servers, z.B. Cron-Jobs, SSL-Zertifikate, SSH-Zugriff, dedizierter Arbeitsspeicher (RAM), zu profitieren. Wer also größere, dynamische Websites mit höherem Besuchaufkommen anbieten möchte und z.B. eine eigene IP-Adresse oder hohe Festplattenkapazität benötigt, jedoch keine oder nur geringe Administrations-Kenntnisse mitbringt, ist bei diesen Paketen gut aufgehoben. Aus eigener Erfahrung würde ich jedoch kein Angebot mit weniger als 2 GB RAM empfehlen, da fertige Anwendungen wie beispielsweise Wikimedia bereits hohe Anforderungen an den Arbeitsspeicher mitbringen.

WebServer Premium

Wem die WebServer Basic Pakete zu klein sind und seinen komplett eigenen Webserver haben, jedoch nicht auf das professionelle Management des Betriebssystem und die Konfiguration durch Hosteurope verzichten möchte, sollte sich die WebServer Premium Angebote genauer ansehen. Sowohl die Anzahl der CPU-Cores als auch die Größe des Arbeitsspeichers sind anspruchsvollen Web-Auftritten und -Applikationen gewachsen. So bietet das Flagschiff “WebServer Premium MAX” 4x 600 GB SAS + 2x 100 GB SSD Festplatten, 32 GB Speicher und 2 Hexa-Core Intel Xeon CPUs, welche selbst höchsten Ansprüchen genügt.

Virtual Server

Wer lieber sein eigener Herr ist, Administrations-Aufgaben selbst durchführen möchte und auf root-Zugriff angewiesen ist, sollte sich die Virtual Server von Hosteurope anschauen. Diese bieten dem Kunden reservierte Ressourcen (RAM, virtuelle CPU, Peak-Bandbreite), verschiedene Betriebssysteme (Debian, Ubuntu, CentOS, Windows Server 2008 R2 Datacenter) und, sofern gewünscht, Parallels Plesk Panel für die webbasierte Server-Administration bei völliger Konfigurationsfreiheit. Dies ist z.B. erforderlich, wenn zusätzliche Software wie z.B. TeamSpeak, nicht-MySQL-Datenbanken, Node.js oder ähnliches installiert und genutzt werden soll. Insbesondere ist dies für jene interessant, welche mehrere Webseiten oder -Applikationen mit SSL-Verschlüsselung auf dem selben Server betreiben möchten, da pro Domain ein separates Zertifikat verwendet werden muss und hierfür jeweils eine eigene IP-Adresse benötigt wird.

Root Server

Wer seinen Server selbst konfigurieren möchte, jedoch mehr Leistung als bei einem der Virtual Server Pakete benötigt, ist mit den Root Servern von Hosteurope gut aufgehoben. Das kleinste Paket bietet bereits 4 virtuelle Cores, 24 GB Arbeitsspeicher und 1 GB HDD im Raid 1. Ab dem XXL Angebot werden sogar 12 echte Cores und 48 GB Arbeitsspeicher, ein Raid 5 und eine Peak-Bandbreite von 500 Mbit/s angeboten.

Fazit

Wie meine treuen Leser bereits mitbekommen haben, arbeite ich seit einiger Zeit mit Node.js und Couchbase Server, welche ich bald in einem Projekt verwenden werde. Da dieses parallel zu Feldstudie.net laufen und SSL-Verschlüsselung benötigen wird, wäre meine Wahl eines der Virtual Server Angebote von Hosteurope. Dort habe ich die “Freiheit” die ich benötige, ausreichend Hardware-Ressourcen und Bandbreite. Die Preise können bei der gebotenen Leistung durchaus mit der Konkurrenz mithalten und eine Nachfrage unter meinen Followern auf Twitter bzgl. Erfahrungen mit Hosteurope ergab durchweg positive Resonanz. Die einzige offene Frage, welche mir die Produktseiten nicht beantworten konnten ist, ob bei der Nameserver-Konfiguration das angeben externer Nameserver möglich ist. Dies ist für die Verwendung von Diensten wie Cloudflare unbedingt erforderlich und könnte für mich unter Umständen ein Ausschlusskriterium sein. Vor kurzem habe ich eine Domain von Strato zu einem anderen Domain-Hoster umziehen müssen, da bei Strato dies nicht ohne weiteres möglich ist.

Falls Ihr Anmerkungen oder Erfahrungen zu Hosteurope habt, würde ich mich freuen, wenn Ihr diese in den Kommentaren mit mir teilt.

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  • http://www.badmintonjunkies.de Denis

    Ich kann mich deinen Followern nur anschließen. Ich arbeite seit Jahren mit vServern von Hosteurope und kann auch nur gutes berichten. Ok, vor ein paar Wochen gab es einen halben totalausfall der wohl einige Server für Stunden lahm gelegt hatte. Aber dies war die erste große Störung die ich in 7 Jahren mitbekommen habe. (da kenne ich von anderen Anbietern schlimmeres).
    Der Support ist nett und die Leistungsreserve der Server ist gut.

    • http://www.feldstudie.net Torsten Feld

      Vielen Dank für Deinen Kommentar. Ich überlege, auch aufgrund Deines Feedbacks und derer auf Twitter, früher oder später von Strato zu Hosteurope zu wechseln. Kannst Du mir sagen, ob man bei Hosteurope bei den DNS-Einstellungen seine eigenen Nameserver eintragen kann? Bei Strato ist dies leider nicht ohne weiteres möglich, wäre aber für mich für die Verwendung von Cloudflare interessant.

  • http://www.optikbrudershop.de Benny

    Hallo, ebenfalls kann ich mich dem ganzen nur anschließen, ich selbst habe einige Serverchen für alles mögliche bei Hosteurope und hatte nie Probleme, wenn was war, war der Support ist freundlich und unkompliziert. Kurz das Problem geschildert, dann ist die lösung auch schon da ;) Bin sogar momentan dabei meine Gameserver auf HE umzubauen, allerdings wird das noch was Zeit in anspruch nehmen, will ja auch alles irgendwie bezahlt werden.

    Gruß

  • http://powerute.blog.com/ Albert

    Also ich habe einige V-Server, die ich allerdings von meinem Provider managen lasse. Das Problem bei Hosting Angeboten ist oft, das so viele Leute auf einem server sind, das er dann extrem langsam wird.

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